Der begabte Koch (Seepark Thun) mariniert die blauen Krebse im Seepark Thun mit Tomatenfond und serviert sie als Ceviche.
«Für dieses Gericht ist die Grösse ‹Tiny› ideal», sagt Dominik Sato in der Küche des Hotels Seepark direkt am Thunersee. Der talentierte Schaffhauser arbeitet vorwiegend mit hiesigen Produkten, hat aber während seiner Zeit bei Heiko Nieder, Christian Bau oder Peter Knogl auch den Umgang mit anspruchsvollen Meeresprodukten gelernt.
Da
kommen die SwissShrimps aus Rheinfelden gerade recht. Die blau
schimmernden Krebstiere werden nachhaltig und antibiotikafrei
aufgezogen, «die Qualität ist hervorragend», sagt Dominik Sato. Die
«Small»-Shrimps sind zwischen 5 und 10 Gramm schwer und deshalb ideal
für Satos Gericht, weil er sie zum einen roh serviert und zum anderen
eine bestimmte Konsistenz bevorzugt: «Ich möchte einen festen, fast
knackigen Biss», sagt er.
Für seine Variante von Ceviche lässt
Sato Tomaten über Nacht im Kühlschrank abhängen, und aus diesem
Tomatenfond wird in Kombination mit verschiedenen Essig- und Ölsorten
dann die Vinaigrette als Basis für das Gericht. Sorgfältig trennt Sato
jetzt die Köpfe der SwissShrimps ab, macht einen feinen Schnitt und
holt den kleinen Darmfaden aus dem Fleisch. Ganz im Sinne der
Nose-to-Tail-Bewegung hat der Koch auch Verwendung für die Köpfe: «Die
brauche ich, um beispielsweise einen Krustentierfond aufzufrischen, man
kann sie aber auch leicht mehlieren und im heissen Öl frittieren»,
erklärt er.
Nach und nach entsteht jetzt in
feinmechanischer Präzisionsarbeit das leichte, frische Gericht: Dominik
Sato verwendet beim Anrichten «Avocado für die Cremigkeit, unreife
Ananas wegen der Säure und eine Jalapeno-Creme für eine elegante
Schärfe», wie er sagt. Nach Stangensellerie, gewürzten Haselnüssen und
der Ceviche-typischen Schalottenringe kommt die «wichtigste Zutat» erst
zum Schluss: der frische Abrieb der edlen Kaffirlimette «gibt dem
Gericht eine komplett andere Dynamik und macht es noch frischer und
komplexer», findet Sato. Und der Koch hat noch einen guten Tipp für
Hobbyköche: Teure Zitrusfrüchte wie Kaffirlimette oder Bergamotte lassen
sich problemlos einfrieren. So hat man bei Bedarf immer die willkommene
ätherische Frische ihrer Schale zur Hand.
Falls Sie das Rezept nachkochen möchten, finden Sie es im Blog von GaultMillau.